Toledo heute

 

Toledo ist heute die Hauptstadt der autonomen Region Kastilien-La Mancha, neben Kastilien-León die größte zentralspanische Provinz. Wie überall bringt die moderne Gesellschaft auch für das historisch gewachsene Toledo die bekannten Probleme mit sich: erdrückender Autoverkehr, Abwanderung der Bevölkerung aus der Innenstadt, Bildung von Peripheriestädten. Die Folge: Es leben nur noch ca. 8.000 der über 70.000 Toledaner im historischen Stadtzentrum. Viele Häuser sind verlassen und drohen zu verfallen. Dank finanzieller Unterstützung der UNESCO und der EU können aber heute viele historische „Schätze“ ausgegraben, restauriert und erhalten werden.

Im orientalisch anmutenden Gassengewirr Toledos existieren noch zahllose kleine Handwerksbetriebe, die traditionelle Güter wie z.B. geschmiedete Waffen, Marzipan, Spitzenstickereien und „Damasquinados“ herstellen. Bei dieser Goldschmiedearbeit wird ein Goldfaden unter Verwendung traditioneller jüdischer und arabischer Muster in Stahl gehämmert – in den meisten Jahren auch zu sehen auf dem Aachener Kunsthandwerkermarkt (z.B. am 3. und 4. September 2005).

 

Die Stadt Toledo profitiert auch von Touristen aus aller Welt, die bei einer Reise in „die Mitte Spaniens“ dieses Kleinod nicht verpassen wollen. Die Altstadt mit der Kathedrale Santa María aus dem 13. bis 15 Jahrhundert, der Festung Alcázar aus dem 16. Jahrhundert, zahlreichen weiteren Kirchen, Klöstern, Synagogen und Museen wurde im Dezember 1987 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.

Einer der berühmtesten Toledaner war ein „Zugereister“ von der Insel Kreta in Griechenland: Der Maler El Greco lebte von 1577 bis zu seinem Tod 1614 in Toledo und schuf zahlreiche Werke, z.B. „Das Begräbnis des Grafen Orgaz“ (1578), zu besichtigen in der Kirche Santo Tomé, die „Ansicht von Toledo“ (1608) sowie zahlreiche Porträts, die in der Casa-Museo de El Greco gezeigt werden.

Auch in Toledo wird viel gefeiert: Der Karneval nimmt an Bedeutung zu, die Umzüge ziehen jedes Jahr mehr Begeisterte an und gipfeln in dem Spektakel „Beerdigung der Sardine“, die praktischerweise nicht beerdigt, sondern im Tajo ertränkt wird. Die meisten Fiestas sind jedoch christlich geprägt. Neben der wie überall in Spanien feierlich begangenen „Heiligen Woche“ (Karwoche) wird in Toledo seit dem 13. Jahrhundert Fronleichnam ausgiebig gefeiert in der „Großen Woche des Corpus Christi“: Plätze, Gassen und Häuser werden schon lange vorher festlich geschmückt mit (künstlichen) Blumen, Teppichen und Baldachinen (toldos). Am Tage der Prozession werden die Mauern der Kathedrale mit Teppichen aus dem 17. Jahrhundert geschmückt, die Gassen mit Thymian und Rosmarin ausgelegt. Die Prozession zieht ernst, feierlich und grandios durch die Stadt nach einer Choreographie, die seit Jahrhunderten beibehalten wird .

Artículo de Elía Barceló sobre TOLEDO

Las Claves de Toledo

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